Geschichte der Festung Furggels

Von der geheimen Artilleriefestung zum privaten Bunker

Ein strategisches Werk im Reduit

Die Festung Furggels wurde ab 1939 auf dem St. Margrethenberg bei Pfäfers gebaut und zählt zu den grössten militärischen Anlagen, die je in der Schweiz entstanden sind. Als Teil des Festungsgebiets Sargans spielte sie während des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs eine wichtige Rolle im Reduit-Verteidigungsdispositiv. Über Jahrzehnte war das Werk streng geheim; erst 2002 wurde es aus der Geheimhaltung entlassen.

Bau und Bewaffnung

Die Festung Furggels wurde ab 1939 als schweres Artilleriewerk gebaut und in mehreren Etappen erweitert. Bereits 1940 waren die ersten Geschütztürme einsatzbereit, weitere folgten bis 1942. Mit dem Einbau von vier 15-cm-Bunkerkanonen in den Jahren 1945 bis 1947 entwickelte sich Furggels zu einem der grössten und schlagkräftigsten Festungswerke der Schweiz. Bis in die 1990er-Jahre wurde die Anlage regelmässig modernisiert und an neue Bedrohungslagen angepasst.

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    Baubeginn im November 1939
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    Erste 10,5-cm-Panzerturmkanonen 1941 einsatzbereit
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    Erweiterung um zwei zusätzliche Türme 1942
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    Vier 15-cm-Bunkerkanonen 1946–1947 installiert
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    Eine der grössten Artilleriefestungen der Schweiz
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    Modernisierung bis in die 1990er-Jahre (Drucktüren, Gasschleusen, Technik)
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    Installation umfassender ABC-Filteranlagen für Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren
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    Nachrüstung für erhöhten atomaren Schutz

 

Leben und Betrieb im Werk

Für den regulären Betrieb war eine Mannschaft von rund 420 Soldaten erforderlich – 350 Mann Werkbesatzung und 70 Mann Festungsinfanterie. Das gigantische unterirdische Bauwerk verfügte über eine autarke Infrastruktur.

Die beiden Etagen der Anlage liegen durch 25 m Fels getrennt und sind über einen Transportaufzug, Treppen und einen Schrägstollen verbunden. Lastwagen konnten über den Haupteingang direkt einfahren und auf einer eingebauten Drehscheibe gewendet werden.

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    über 10 km Stollen und Verbindungsgänge
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    541 Schlafplätze
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    Grossküche, Bäckerei, mehrere Kantinen
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    Spital und Sanitätsräume
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    Werkstätten, Telefonzentrale, Kommandobereiche
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    Wasserreservoirs mit über 1,8 Millionen Litern Kapazität

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Bedeutung im Festungsgebiet

Die Festung Furggels gehörte zusammen mit St. Maurice und St. Gotthard zu den wichtigsten und schlagkräftigsten Werken der Schweizer Landesverteidigung. Innerhalb des Festungsgebiets Sargans war sie das stärkste Artilleriewerk und zentraler Bestandteil der Verteidigungslinie.

Von der Geheimanlage zum Museum

1998 wurde die Festung im Zuge der Armeereform entklassifiziert und 2002 vollständig aus der Geheimhaltung entlassen. Zwischen 2010 und 2018 war die Anlage öffentlich zugänglich. Seit 2019 ist sie im Besitz von Erich Breitenmoser und kann heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Ausgewählte Räume werden zudem für spezielle Nutzungen vermietet.